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17. Oktober 2026

Kollagen-Typen I, II und III: wofür sie stehen – und was Peptide unterscheidet

Wer im Drogeriemarkt vor dem Kollagenregal steht, liest Sätze wie „Typ I & III“ oder „reines Typ-II-Kollagen“. Das klingt nach Qualitätsstufen, ist aber zunächst eine Herkunftsangabe: Kollagen ist keine einzelne Substanz, sondern eine Familie von Strukturproteinen. Der Körper bildet mindestens 28 bekannte Typen, und jeder sitzt in einem anderen Gewebe. Wer das einmal auseinanderhält, liest Etiketten deutlich gelassener.

Erst die Bausteine, dann die Typen: wie Kollagen aufgebaut ist

Jedes Kollagenmolekül besteht aus drei langen Eiweißketten, den Alpha-Ketten, die sich zu einer Tripelhelix winden. Diese Ketten folgen zu einem großen Teil derselben Abfolge: Glycin, dann eine beliebige Aminosäure, dann häufig Prolin oder Hydroxyprolin. Genau diese Wiederholung erklärt die Zugfestigkeit – die drei Ketten liegen wie ein geflochtenes Seil aneinander und werden durch Wasserstoffbrücken zusammengehalten. Was die einzelnen Typen unterscheidet, ist die Zusammensetzung dieser Ketten: welche Alpha-Ketten sich kombinieren, ob sie sich zu dickeren Fibrillen zusammenlagern und in welche Matrix sie eingebettet sind.

Für die Praxis sind vor allem drei Typen relevant, weil sie auf den meisten Verpackungen stehen. Typ I, II und III machen den größten Teil des Kollagens im menschlichen Körper aus – und sie stammen aus ganz unterschiedlichen Rohstoffen.

Typ I: der Baumeister für Haut, Knochen und Sehnen

Typ I ist das häufigste Kollagen im Körper, je nach Quelle werden rund 80 bis 90 Prozent des gesamten Bestands genannt. Es setzt sich aus zwei Alpha-1- und einer Alpha-2-Kette zusammen und lagert sich zu dicken, zugfesten Fibrillen. Man findet es in der Dermis der Haut, in Knochen, Sehnen, Bändern, im Zahnbein und in der Hornhaut des Auges. In der Haut bildet es gemeinsam mit Typ III das Gerüst, das der Lederhaut ihre Spannung gibt.

In Nahrungsergänzungsmitteln stammt Typ I meist aus Rinderhaut oder Rinderknochen, aus Schweinehaut oder aus Fischhaut. Marine Kollagene sind fast immer Typ I. Wenn ein Produkt nur „Kollagen“ nennt und sonst nichts, ist Typ I der wahrscheinlichste Kandidat.

Typ II: der Spezialist für Knorpel

Typ II besteht aus drei identischen Alpha-1-Ketten und bildet feinere Fibrillen als Typ I. Es dominiert im hyalinen Knorpel, also in Gelenkflächen, im Nasenknorpel und in den Bronchien; außerdem im Glaskörper des Auges und im Kern des Bandscheibengewebes. Weil Knorpelgewebe kaum durchblutet ist, wird es in der Forschung häufig separat betrachtet.

Als Rohstoff dient meist Knorpelgewebe – traditionell vom Brustbein des Huhns (Sternum) oder von Haien. In Kapseln taucht Typ II in zwei Formen auf: hydrolysiert, also in kurze Peptide zerlegt, oder als „undenaturiertes“ Kollagen, bei dem die Tripelhelix erhalten bleibt. Letzteres wird in deutlich kleineren Tagesdosen angeboten, häufig zusammen mit Chondroitinsulfat oder Glucosamin. Wer solche Kombinationen vergleicht, sollte auf die deklarierte Menge pro Tagesportion schauen, nicht nur auf die Typangabe.

Typ III: der stille Begleiter von Typ I

Typ III bildet retikuläre Fasern und sitzt dort, wo Gewebe elastisch und gleichzeitig stabil sein muss: in der Haut, in Blutgefäßwänden, in der Gebärmutter, in Leber und Milz. In der Haut kommt es fast immer gemeinsam mit Typ I vor, weshalb viele Präparate „Typ I & III“ ausweisen. In der fetalen Haut und in jungem Wundgewebe dominiert zunächst Typ III; im Lauf der Reifung wird es teilweise durch Typ I ersetzt.

Für die Produktpraxis heißt das: Die Angabe „Typ I & III“ beschreibt in der Regel ein Kollagengemisch, wie es etwa aus Rinderhaut gewonnen wird – dort liegen beide Typen ohnehin nebeneinander vor. Das ist kein Qualitätsmangel, nur eine andere Beschreibung derselben Sache.

Typ IV, V und mehr: der kurze Blick über den Tellerrand

  • Typ IV ist Bestandteil der Basalmembran – jener dünnen Schicht, die Epithelgewebe vom Bindegewebe trennt, etwa in Haut, Niere und Darm.
  • Typ V bildet feine Fibrillen und reguliert mit, wie sich Typ-I-Fibrillen zusammenlagern.
  • Typ X findet sich im wachsenden Knorpel und ist für Erwachsene kaum von Bedeutung.
  • Typ IX, XI und XII sind kleinere, oft gewebespezifische Bausteine, die in Präparaten praktisch keine Rolle spielen.

Wer ein Präparat mit „multifunktionalem Kollagenkomplex“ sieht, findet darin häufig Typ I und III, manchmal zusätzlich II. Ein Etikett, das viele Typen nennt, ist nicht automatisch besser – es sagt zunächst nur, dass mehrere Rohstoffe gemischt wurden.

Gelatine, Hydrolysat, Peptide: die Verbindungsformen

Hier liegt der eigentliche Unterschied zwischen den Produkten, und er ist oft wichtiger als die Typangabe. Natives Kollagen ist in Wasser kaum löslich; erst durch Erhitzen entsteht Gelatine, bei der die Tripelhelix weitgehend entrollt ist und die Masse beim Abkühlen geliert. Kollagenpeptide, auch Kollagenhydrolysat genannt, gehen einen Schritt weiter: Enzyme oder Säuren zerlegen die Ketten in kürzere Bruchstücke. Das Ergebnis löst sich klar in Wasser, geliert nicht und lässt sich trinken.

Die Bruchstücke sind unterschiedlich lang. Gelatine liegt im Bereich von etwa 100 Kilodalton und mehr, handelsübliche Hydrolysate meist zwischen 2 und 20 Kilodalton, manche Hersteller nennen unter 3 Kilodalton. Für die Aufnahme im Darm ist das relevant: Kurze Peptide aus zwei oder drei Aminosäuren – etwa Prolin-Hydroxyprolin – können über einen eigenen Transporter aufgenommen werden, während einzelne Aminosäuren und größere Bruchstücke andere Wege nehmen. Das ist ein gut beschriebener physiologischer Vorgang.

Trotzdem gilt: Eine kleinere Molekülgröße bedeutet nicht automatisch einen messbaren Vorteil. Sie sagt zunächst etwas über Löslichkeit, Geschmack und Verarbeitbarkeit. Ob und wie sich das auf Haut oder Gelenke auswirkt, ist eine andere Frage – sie fällt in der Studienlage deutlich differenzierter aus und wird im bestehenden Beitrag „Kollagenpeptide: was wirklich belegt ist“ ausführlich besprochen.

Was auf dem Etikett wirklich weiterhilft

Ein paar Angaben machen den Vergleich deutlich einfacher:

  • Kollagenmenge pro Portion, nicht pro Kapsel – viele Produkte deklarieren 500 mg pro Kapsel, eine Tagesportion besteht dann aus mehreren Kapseln.
  • Die Bezeichnung „hydrolysiert“ oder „Peptide“ – sie zeigt, dass kein Gelatinepulver im Spiel ist.
  • Der Kollagentyp und die Rohstoffquelle: Rind, Schwein, Fisch oder Huhn.
  • Vitamin C – laut zugelassenen Angaben der EFSA trägt es zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei.
  • Zucker, Süßstoffe und Aromen in Trinkampullen: Bei einer täglichen Portion summiert sich das über Wochen.

Ein Beispiel, bei dem diese Angaben recht klar sind, ist Amare HL5™: trinkfertige Kollagenpeptide aus Weidehaltung, hydrolysiert. Die Formulierung „unterstützt den Proteinbedarf des Körpers“ ist bewusst nüchtern – Kollagen ist in erster Linie Eiweiß, und Eiweiß ist ein Nährstoff, kein Effektversprechen. Wer die Inhaltsstoffe insgesamt einordnen möchte, findet die Übersicht in der Kategorie Körperpflege; um die Ernährungsebene geht es bei Essentielle Ernährung.

Kollagen und Ernährung: der Zusammenhang, der oft fehlt

Kollagen ist Protein, genauer: ein Protein mit ungewöhnlichem Aminosäureprofil. Es enthält viel Glycin, Prolin und Hydroxyprolin, aber wenig Tryptophan und nur wenig schwefelhaltige Aminosäuren. Als alleinige Proteinquelle taugt es deshalb nicht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Erwachsene rund 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag – wer diese Menge über Hülsenfrüchte, Eier, Milchprodukte, Fleisch und Fisch abdeckt, hat die Basis. Kollagenpräparate sind dann eine Ergänzung, kein Ersatz.

Für die körpereigene Kollagenbildung braucht es außerdem Vitamin C sowie Zink und Kupfer als Kofaktoren beteiligter Enzyme, dazu ausreichend Energie und Schlaf. Diese biochemischen Zusammenhänge sind gut beschrieben; ein bestimmtes Präparat lässt sich daraus allerdings nicht ableiten.

Fazit: kein Typ ist der beste

Typ I steht für Haut, Knochen und Sehnen, Typ II für Knorpel, Typ III begleitet Typ I im Bindegewebe. Die Wahl hängt davon ab, welches Gewebe im Mittelpunkt des Interesses steht – und davon, in welcher Form das Kollagen vorliegt. Ein hydrolysiertes Typ-I-Präparat ist etwas anderes als undenaturierte Typ-II-Kapseln, selbst wenn beide „Kollagen“ heißen.

Wer Kollagen ergänzen möchte, kann mit drei Fragen anfangen: Welcher Typ? Welche Menge pro Portion? Welche Form? Bei Gelenkbeschwerden, Hautveränderungen oder auffälligen Befunden gehört die Abklärung ohnehin in ärztliche Hand und nicht in den Warenkorb. Für den Alltag gilt, was für fast alle Nährstoffe gilt: erst eine ausgewogene Basis, dann die Ergänzung. Das Amare HL5™ 2er-Pack ist dabei nur eine von mehreren Optionen – entscheidend ist, dass die Angaben zum Produkt zum eigenen Bedarf passen.

Häufige Fragen

Welcher Kollagentyp ist der beste?

Das lässt sich pauschal nicht sagen. Typ I steckt in den meisten Präparaten für Haut, Knochen und Sehnen, Typ II in Produkten, die auf Knorpelgewebe ausgerichtet sind, Typ III kommt meist gemeinsam mit Typ I vor. Sinnvoller als die Frage nach dem „besten“ Typ ist der Blick auf die deklarierte Menge pro Tagesportion und auf die Verbindungsform – hydrolysiert oder undenaturiert.

Was unterscheidet Kollagen von Kollagenpeptiden?

Natives Kollagen ist in Wasser kaum löslich. Erhitzt man es, entsteht Gelatine mit weitgehend entrollter Tripelhelix, die beim Abkühlen geliert. Kollagenpeptide oder Kollagenhydrolysat sind zusätzlich in kürzere Ketten zerlegt, meist im Bereich von 2 bis 20 Kilodalton. Sie lösen sich klar und lassen sich unkompliziert trinken.

Enthalten Kollagenpräparate automatisch alle Typen?

Nein. Viele Produkte enthalten ausschließlich Typ I, manche eine Mischung aus Typ I und III, wie sie etwa aus Rinderhaut stammt. Typ II wird meist separat aus Knorpelgewebe gewonnen. Die Typangabe auf dem Etikett sagt daher vor allem etwas über die Rohstoffquelle aus.

Kann man den Kollagenbedarf über die Ernährung decken?

Kollagen zählt zum Eiweiß und kommt in Fleisch, Fisch, Knochenbrühe und Gelatine vor. Entscheidend ist die gesamte Proteinzufuhr – die DGE nennt für Erwachsene rund 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Für die körpereigene Kollagenbildung ist zusätzlich Vitamin C wichtig. Bei Beschwerden an Gelenken oder Haut sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden, bevor Ergänzungsmittel zum Thema werden.

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